Bußgelder und Trends

DSGVO-Entwicklungen 2025 – Bußgelder und Trends

Über sieben Jahre nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zeigt die Durchsetzungspraxis keine Schwäche: Die Gesamtsumme der verhängten Bußgelder überschritt 2025 die Marke von 5,6 Milliarden Euro. Die europäischen Datenschutzbehörden greifen konsequenter durch als je zuvor.

DSGVO-Entwicklungen 2025 – Bußgelder und Trends

Bußgeld-Statistiken 2025

Kennzahl Wert
Gesamtsumme Bußgelder seit 2018 Über 5,6 Mrd. EUR
Höchststrafe 2023 (Meta) 1,2 Mrd. EUR
Höchststrafe 2025 (TikTok) 530 Mio. EUR
Höchststrafe Deutschland 2025 (Vodafone) 45 Mio. EUR
Land mit meisten Verfahren Spanien (über 930 Fälle)
Gesetzlicher Sanktionsrahmen Bis 20 Mio. EUR oder 4% Jahresumsatz

Häufigste Verstoßarten

Die Analyse der Bußgelder zeigt wiederkehrende Problemfelder:

  1. Fehlende Rechtsgrundlage (Art. 6 DSGVO): Datenverarbeitung ohne gültige Einwilligung oder berechtigtes Interesse
  2. Unzureichende TOMs (Art. 32 DSGVO): Schwache Passwörter, fehlende Verschlüsselung, Sicherheitslücken
  3. Transparenzverletzungen (Art. 13/14 DSGVO): Unzureichende Datenschutzerklärungen
  4. Cookie-Verstöße: Tracking ohne Einwilligung, manipulative Cookie-Banner
  5. Videoüberwachung: Fehlende Beschilderung, Überwachung in Pausenräumen
  6. Drittlandtransfers: Datentransfer in unsichere Länder (z.B. TikTok/China)

DSGVO-Entwicklungen 2025 – Bußgelder und Trends

Prominente Fälle 2025

TikTok – 530 Mio. EUR

Die irische Datenschutzbehörde (DPC) verhängte diese Strafe wegen rechtswidriger Übermittlung personenbezogener Daten europäischer Nutzer nach China sowie mangelnder Transparenz. Besonders problematisch: der mögliche Zugriff chinesischer Behörden auf die Daten.

Vodafone Deutschland – 45 Mio. EUR

Die bisher höchste DSGVO-Strafe in Deutschland. Der Fall zeigt, dass auch deutsche Behörden die Zügel anziehen und bei schwerwiegenden Verstößen konsequent durchgreifen.

Weitere bedeutende Fälle

  • Replika (Italien): 5 Mio. EUR – KI-Chatbot ohne ausreichenden Jugendschutz
  • Experian Nederland: 2,7 Mio. EUR – Kreditbewertungen ohne Information der Betroffenen
  • 23andMe (UK): Hohe Strafe wegen Datenpanne mit Zugriff auf Gesundheitsdaten

Präventive Maßnahmen

Die meisten Bußgelder wären vermeidbar gewesen. Empfohlene Maßnahmen:

  • Rechtsgrundlagen prüfen: Für jede Verarbeitung dokumentieren
  • Technische Sicherheit: MFA, Verschlüsselung, Netzwerksegmentierung
  • Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten aktuell halten
  • Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) prüfen
  • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen
  • Datenschutz-Folgenabschätzungen durchführen
  • Ransomware-sichere Backups implementieren
Fazit

Die DSGVO bleibt ein starkes Instrument. Mit systematischem Datenschutz-Management lassen sich Verstöße proaktiv verhindern. Die ‘Cyberfestung Bayern’ des BayLDA bietet mit zehn Checkpoints eine praxisnahe Blaupause für organisationsweite Sicherheitskonzepte.