Niemals vertrauen, immer verifizieren
Das klassische Sicherheitsmodell mit einer geschützten Netzwerkperimeter hat ausgedient. Remote-Arbeit, Cloud-Computing und mobile Geräte haben die traditionellen Unternehmensgrenzen aufgeloest. Zero Trust bietet einen modernen Ansatz: Jede Zugriffsanfrage wird behandelt, als kaeme sie aus einem offenen, nicht vertrauenswürdigen Netzwerk.
Grundprinzipien von Zero Trust
Zero Trust ist keine einzelne Technologie, sondern eine strategische Sicherheitsphilosophie, die auf mehreren Kernprinzipien basiert:
- Never Trust, Always Verify: Jede Zugriffsanfrage muss authentifiziert und autorisiert werden.
- Least Privilege Access: Benutzer erhalten nur die minimal notwendigen Berechtigungen für ihre Aufgaben.
- Assume Breach: Systeme werden so konzipiert, als wäre ein Eindringling bereits im Netzwerk.
- Mikrosegmentierung: Das Netzwerk wird in kleine, isolierte Zonen unterteilt.
CISA Zero Trust Maturity Model
Die US-amerikanische Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) hat ein Reifegradmodell entwickelt, das fuenf Säulen definiert:
| Identity | Starke Identitätsverifizierung mit MFA, risikobasierter Authentifizierung |
| Devices | Geräte-Compliance-Prüfung, Endpoint Detection and Response (EDR) |
| Networks | Mikrosegmentierung, Software-Defined Perimeter, verschlüsselte Kommunikation |
| Applications | Anwendungssicherheit, sichere Entwicklung (DevSecOps) |
| Data | Datenklassifizierung, Verschlüsselung, Data Loss Prevention (DLP) |
Zero-Trust-Architekturen
NIST SP 1800-35: Implementierungsleitfaden
Im Juni 2025 hat das NIST National Cybersecurity Center of Excellence (NCCoE) den finalen Praxisleitfaden ‘Implementing a Zero Trust Architecture’ veroeffentlicht. Dieser dokumentiert 19 verschiedene Implementierungsbeispiele in Zusammenarbeit mit 24 Herstellern.
| Praxistipp
Der Übergang zu Zero Trust ist ein evolutionärer Prozess, keine Revolution. |
Implementierungsherausforderungen
Die Einführung von Zero Trust bringt typische Herausforderungen mit sich. Legacy-Systeme unterstützen oft keine modernen Authentifizierungsmethoden. Die Komplexität der Integration verschiedener Sicherheitslösungen erfordert sorgfältige Planung. Dennoch zeigen Studien, dass 63 Prozent der Organisationen weltweit Zero Trust zumindest teilweise implementiert haben.

