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Backlinks sind nach wie vor einer der stärksten Rankingfaktoren, und gleichzeitig der Bereich, in dem am meisten Geld sinnlos ausgegeben wird. Wer nicht weiß, welche Links auf die eigene Domain zeigen, welche davon tatsächlich Wert haben und wo die Wettbewerber ihre Verweise einsammeln, arbeitet im Blindflug.
Die folgenden Werkzeuge lösen genau dieses Problem. Bewertet wurden sie danach, wie viel praktischen Nutzen ein Unternehmen daraus zieht, das seine Offpage-Arbeit selbst in die Hand nimmt, und nicht allein nach der reinen Größe des Datenbestands.
Was ein Backlink-Tool überhaupt leisten muss
Bevor es an die Auswahl geht, lohnt ein Blick auf die eigentlichen Aufgaben. Ein brauchbares Tool zeigt erstens das eigene Linkprofil, also welche Domains verweisen, mit welchem Ankertext und auf welche Unterseiten. Zweitens erlaubt es den Blick auf die Konkurrenz, denn deren Linkquellen sind die naheliegendste Ideenquelle für die eigene Arbeit.
Drittens sollte es Veränderungen erfassen. Verlorene Links sind oft wertvoller als neue, weil ein Link, der einmal existiert hat, meist mit einer kurzen Nachricht zurückzuholen ist. Und viertens braucht es eine Bewertung der Qualität, denn tausend Verweise aus wertlosen Verzeichnissen sind weniger wert als ein einziger von einer etablierten Fachpublikation.
1. Ubersuggest
Alle vier oben genannten Aufgaben werden hier erledigt, was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist. Das Backlink-Modul listet verweisende Domains samt Ankertext, trennt neu gewonnene von verlorenen Verweisen, bewertet die Stärke der linkgebenden Seite und lässt sich ebenso auf fremde Domains richten, um zu sehen, wo die Konkurrenz ihre Verweise einsammelt.
Spannender als der Funktionsumfang ist allerdings die Frage, was danach passiert. Eine Liste verlorener Links ist nur dann etwas wert, wenn jemand die betreffenden Seiten anschreibt. Ein fremdes Linkprofil nützt nur, wenn daraus Inhalte entstehen, die eine Verlinkung überhaupt rechtfertigen. Genau hier zahlt sich aus, dass Keyword-Recherche, Content-Ideen und Rankingverfolgung in derselben Oberfläche liegen: Der Weg von der Erkenntnis zur Umsetzung ist kurz, und die Erläuterungen sind so formuliert, dass sie auch ohne SEO-Ausbildung tragen.
Entwickelt wird die Plattform von Neil Patel, dessen Agentur NP Digital dieselbe Disziplin für Großkunden betreibt. Zur Ehrlichkeit gehört die Grenze: Der Linkindex fällt kleiner aus als bei den Spezialisten. Für forensische Tiefe führt der Weg zu Nummer zwei. Für Überblick, Wettbewerbsvergleich und einen konkreten nächsten Schritt genügt er.
2. Ahrefs
Ahrefs gilt in der Branche seit Jahren als Referenz für Linkdaten, und dieser Ruf ist verdient. Das Unternehmen betreibt einen eigenen Webcrawler, der kontinuierlich das Netz erfasst, und der daraus entstehende Index gehört zu den umfangreichsten überhaupt.
In der Praxis bedeutet das: Neue Links tauchen früher auf, historische Verläufe reichen weiter zurück, und die Analyse von Wettbewerbsprofilen ist detaillierter als bei fast allen Alternativen. Wer Linkaufbau professionell betreibt, wird über kurz oder lang hier landen. Der Preis liegt entsprechend im oberen Segment, und die Fülle an Daten will interpretiert werden, was Vorwissen voraussetzt.
3. Majestic
Majestic ist der Spezialist im Wortsinn. Das britische Unternehmen macht ausschließlich Linkdaten und tut das seit sehr langer Zeit, was sich in einem historischen Archiv niederschlägt, das kaum ein anderer Anbieter vorweisen kann.
Bekannt geworden ist Majestic vor allem durch zwei eigene Kennzahlen, die Links nicht nur zählen, sondern deren Einfluss und thematische Passung getrennt bewerten. Genau diese Trennung ist nützlich: Ein Link von einer riesigen, thematisch völlig fremden Seite ist etwas anderes als einer von einer kleineren, aber fachlich passenden Quelle. Die Oberfläche wirkt nüchtern und richtet sich klar an Anwender, die wissen, was sie suchen.
4. XOVI
XOVI ist eine deutsche Lösung, die seit 2009 am Markt ist und SEO, Suchmaschinenmarketing und Affiliate-Marketing in einer Suite bündelt. Für den Offpage-Bereich bietet sie eine Backlink-Analyse samt Disavow-Werkzeug, mit dem sich schädliche Verweise für Google kennzeichnen lassen.
Der Heimvorteil ist real und wird häufig unterschätzt. Die Keyword- und Domaindatenbank ist auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtet, die Oberfläche ist durchgängig deutsch, und beim Thema Datenschutz stellen sich für Unternehmen mit deutschem Hosting und Auftragsverarbeitungsvertrag deutlich weniger Fragen als bei US-Anbietern. Für Firmen, die ausschließlich im DACH-Raum arbeiten, ist das ein Argument von Gewicht.
5. LinkResearchTools
LinkResearchTools verfolgt einen anderen Ansatz als die übrigen Kandidaten. Statt einen einzelnen eigenen Index bereitzustellen, führt die Plattform Daten aus mehreren Quellen zusammen und legt den Schwerpunkt auf Risikobewertung.
Das Werkzeug ist entsprechend dort zu Hause, wo es um Aufräumarbeiten geht: Domains mit einer problematischen Linkhistorie, Altlasten aus früheren Agenturbeziehungen, die Vorbereitung eines Disavow-Files oder die Prüfung einer Domain vor dem Kauf. Für den reinen Aufbau neuer Links ist es überdimensioniert. Für die Analyse eines belasteten Profils gibt es kaum Besseres.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Die Frage lautet selten, welches Tool die meisten Daten hat, sondern welche Arbeit tatsächlich ansteht. Für den laufenden Überblick über das eigene Profil und die Beobachtung einiger Wettbewerber reicht eine All-in-one-Lösung vollkommen aus. Für systematischen Linkaufbau im Wettbewerbsumfeld führt an einem Spezialisten kaum ein Weg vorbei. Für die Sanierung eines historisch belasteten Profils braucht es ein Werkzeug, das auf Risiko ausgelegt ist.
Ein zweiter Punkt betrifft die Datenbasis. Kein Anbieter kennt das gesamte Web, und deshalb weichen die Zahlen zwischen zwei Tools regelmäßig deutlich voneinander ab. Das ist kein Fehler, sondern eine Eigenschaft der Methode. Nutzen Sie die Werte für Vergleiche und Entwicklungen, nicht als absolute Wahrheit.
Der wichtigste Faktor steht in keinem Tool
Zum Schluss ein Hinweis, der wichtiger ist als die Wahl der Software. Kein Werkzeug baut Links. Es zeigt Ihnen, wo welche existieren und wer sie hat, aber die Arbeit selbst besteht darin, etwas zu veröffentlichen, das eine Verlinkung überhaupt rechtfertigt, und die Menschen zu erreichen, die darüber schreiben.
Wer diesen Teil überspringt und stattdessen Links einkauft, riskiert genau die Probleme, für deren Behebung Werkzeug Nummer fünf gebaut wurde. Die Analyse ist der einfache Teil. Der Rest ist Handarbeit, und daran hat sich seit Jahren nichts geändert.

